Die typischen Anzeichen sicher erkennen
Es sind ganz bestimmte Beschwerden, die auf rheumatoide Arthritis hindeuten. Mit speziellen Untersuchungen kann der Arzt den Verdacht erhärten. So weisen etwa der Rheumafaktor und bestimmte Antikörper im Blut auf die Erkrankung hin. Verschiedene bildgebende Verfahren zeigen den Zustand der Gelenke an.Im Überblick
Charakteristische Krankheitszeichen
Die Diagnose rheumatoide Arthritis wird in erster Linie durch
- die Erfragung des bisherigen Krankheitsverlaufes (Anamnese)
- die körperliche Untersuchung und
- die Blutuntersuchung gestellt.
Bildgebende Verfahren wie Röntgenuntersuchung oder
Ultraschalluntersuchung stehen bei der Diagnostik nicht an erster Stelle, können jedoch mitunter bei unklaren Fällen helfen. Außerdem zeigen sie den Fortschritt der Erkrankung. Da sich die rheumatoide Arthritis auf viele verschiedene Arten und in unterschiedlichen Schweregraden zeigen kann, gibt es keinen Test, der die Erkrankung mit Sicherheit bestätigen oder ausschließen könnte. Vielmehr müssen Beschwerden, Blutuntersuchungen und Röntgenbilder zusammen betrachtet werden, um zu einer Diagnose zu kommen.
Vier typische Krankheitszeichen sichern die DiagnoseDas amerikanische rheumatologische College hat eine Liste von Krankheitszeichen der rheumatoiden Arthritis zusammengestellt. Wenn aus dieser Liste vier Symptome zutreffen, kann man sicher sein, an einer rheumatoiden Arthritis zu leiden. In der Frühphase der Erkrankung treffen diese Zeichen allerdings häufig noch nicht zu.
- Morgensteifigkeit der Gelenke von mindestens einer Stunde Dauer (für mindestens sechs Wochen)
- Gelenkentzündung an mindestens drei der folgenden Gelenke: Fingermittelgelenke, Fingergrundgelenke, Handgelenke, Ellenbogengelenke, Kniegelenke, Sprunggelenke, Zehengrundgelenke (für mindestens sechs Wochen)
- Gelenkentzündung im Bereich der Hand (für mindestens sechs Wochen)
- Beidseitige Gelenkentzündung der unter 2. genannten Gelenke bzw. Gelenkregionen (für mindestens sechs Wochen)
- Rheumaknoten
- Nachweis von Rheumafaktor in der Blutuntersuchung
- Bestimmte Knochenveränderungen auf den Röntgenbildern der Hände
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Laborwerte: Die rheumatoide Arthritis zeigt sich im Blut
Findet irgendwo im Körper eine Entzündung statt, kann man so gut wie immer Zeichen dafür im Blut finden. Diese Zeichen nennt man unspezifische Entzündungszeichen. Unspezifisch, weil sie zwar auf eine Entzündung hinweisen, der genaue Ort aber unklar ist. Sie können der erste Hinweis auf eine rheumatoide Arthritis sein, noch bevor der Patient belastende Beschwerden bemerkt.
Zu den unspezifischen Entzündungszeichen gehören:
- eine erhöhte Blutsenkungsgeschwindigkeit; dies ist die Zeit, in der sich in einem Röhrchen die festen Bestandteile des Blutes auf den Boden absenken. Bei einer Entzündung findet dies schneller als sonst statt.
- das C-reaktive Protein (CRP); dabei handelt es sich um einen Eiweißstoff, der bei Entzündungen in größerer Menge produziert wird.
- eine Blutarmut (Anämie), also eine Verminderung der roten Blutkörperchen.
Neben den unspezifischen Laborzeichen gibt es Laborwerte, die etwas sicherer auf eine rheumatoide Arthritis hinweisen. Einen speziellen Laborwert für die rheumatoide Arthritis gibt es aber nicht:
- der Rheumafaktor; dieser Eiweißstoff gehört zu der Gruppe der Antikörper (ein Teil der "Waffen" des Abwehrsystems des Körpers). Der Rheumafaktor ist bei drei von vier Patienten mit rheumatoider Arthritis nachweisbar, allerdings kann er auch bei anderen Erkrankungen bzw. völlig gesunden Menschen auftreten.
- antinukleäre Antikörper (ANA); sie kommen bei ca. einem Drittel der Patienten vor.
- der Anti-Citrullin-Antikörper; dieser Antikörper lässt sich bei der Hälfte aller Patienten nachweisen. Bei einem Nachweis kann mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass eine rheumatoide Arthritis vorliegt.
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Bildgebende Verfahren unterstützen die Diagnostik
Bringen die körperliche Untersuchung und die Laboruntersuchung bei der Diagnose keine eindeutigen Ergebnisse, können bildgebende Verfahren evtl. weiterhelfen. Viele der durch die rheumatoide Arthritis verursachten Veränderungen in den Gelenken können auf diese Weise sichtbar gemacht werden.
RöntgenuntersuchungIm Röntgenbild werden typische Veränderungen der Knochen bei rheumatoider Arthritis sichtbar – allerdings erst sechs bis 24 Monate nach Ausbruch der Krankheit. Das Röntgen liefert daher in der Frühphase der Erkrankung oft keine entscheidenden Informationen.
Andere bildgebende Verfahren können die Gelenkveränderungen schon früher aufdecken: Dazu gehören die
Szintigrafie, die
Sonografie und die
Kernspintomografie.
SzintigrafieBei der
Szintigrafie wird eine leicht radioaktive Substanz geschluckt oder ins Blut gespritzt. Bei der rheumatoiden Arthritis werden Stoffe eingesetzt, die sich in entzündeten Gelenken anreichern. Eine spezielle Kamera misst dann die Verteilung der radioaktiven Teilchen.
Sonografie (Ultraschall)Bei der
Sonografie können Organe mithilfe von Ultraschallwellen sichtbar gemacht werden. Bei der rheumatoiden Arthritis sind in den betroffenen Gelenken eine Knorpelveränderung oder eine entzündliche Flüssigkeitseinlagerung im Gelenk und in den Sehnenscheiden erkennbar.
Magnetresonanztomografie (Kernspintomografie)Bei dieser Untersuchung können sehr genaue Bilder von Organen oder Gelenken erstellt werden. So können auch kleinere Veränderungen der Knorpelschicht oder des Knochen gezeigt werden.
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